Flüsse und Mühlgräben in Leipzig

Flüsse und Mühlgräben in Leipzig

Zur Geschichte

Die Flußlandschaften in und um Leipzig ist sehr vielseitig und spannend zugleich.
So treffen in Leipzig die Flüsse Pleiße, Parthe und weiße Elster zusammen.
So ließen sich etwa im 15.Jahrhundert Flößer nieder. Diese benutzten die vorhandenen Flüsse zum flößen von Holz.
Das Holz diente als Baumaterial aber auch als Brennholz.
Mit der Zeit entstanden so aber auch zahlreiche künstliche Gräben, die Floßgräben.

Der zweifellos wichtigste Floßgraben ist der Elsterfloßgraben.
Zum Bau und zur Geschichte verweise ich gern auf einem ausführlichen Beitrag auf Wikipedia.

Der Elsterfloßgraben auf Wikipedia.

Im folgenden entstanden die Mühlgräben dessen Wasser zum speisen der Mühlen genutzt wurde.
Hier sind die wichtigsten der:

  • Elstermühlgraben
  • Pleisemühlgraben

Der Elstermühlgraben ist ca. 4Km lang und wurde im 16.Jahrhundert angelegt.
Über ihn wurde die Angermühle gespeist welche erst 1878 abgerissen wurde.
Im Anschluß wurd der Elstermühlgraben zwecks Ausbau des Ranstädter Steinweges überwölbt.
Auch diente der Elstermühlgraben der Wasserregulierung und stellte so ein Hochwasserschutz für Leipzig dar.
Die Bedeutung des Hochwasserschutzes verlor er aber weitesgehend durch den Bau des Elsterflutbeckens.

Der Pleisemühlgraben ist ein Nebenfluß der Pleise und ebenfalls  künstlich angelegt.
Über ihn wurden die Wassermühlen Nonnenmühle, Thomasmühle und die Brafußmühle gespeist.

Durch die starke Verschmutzung, was auch zur Geruchsbelästigung führte, wurden ab 1953 die Mühlgräben
vollständig überwölbt oder verrohrt. Hier galt das Motto aus dem Auge aus dem Sinn.

Erst nach der Wende verbesserte sich die Wasserqualität zusehends besser, was die Idee zum „Pleiße ans Licht“ hervorbrachte.
Im November 1996 gelang ein Traum zur Wirklichkeit zu werden und es erfolgte der erste Spatenstich.
Besonders ist hier der der gemeinnützige Verein „Förderverein Neue Ufer e.V.“ zu nennen.

Bei der Sanierung der „Friedrich Ludwig Jahn Allee“ heißt heute wieder Ranstädter Steinweg,
Begann auch die Freilegung des Elstermühlgrabens.
Allerdings wurde dieser aus Platzgründen von der ursprünglichen rechten Seite auf die linke Seite Verlegt.

Hier ist noch deutlich der ursprüngliche Verlauf zu erkennen!

Ein kleiner ca 100 Meter langer Abschnitt des ursprünglichen Verlaufes blieb erhalten.

   Hier können die Fledermäuse ungestört weiterleben.

 

In Höhe der Schneiderkurve entsteht die neue Brücke

Der freigelegte Elstermühlgraben 2018

Entlang des Ranstädter steinweg


Bilder vom Pleisemühlgraben
der von 2004 an freigelegt wurde.

2004 hatte ich die Möglichkeit an einer Führung
durch den noch unterirdischen Teil Teilzunehmen.

Dazu musste die Menge des Wasserdurchlaufes am Wehr stark reduziert werden.

Wie oben zu sehen war sind bereits Schäden durch das eingewachsen von Bäumen vorhanden und es ist dringender Sanierungsbedarf gegeben.

Im Zuge der Sanierung des Gebäudes der Leipziger Hauptfeuerwache soll nun der Teil von der Käthe Kollwitz Straße
bis zum Naturkunde Museum ans Licht geholt werden.
Um der Hauptfeuerwache ihren Platz zu lassen wurde von der Stadtverwaltung vorgeschlagen,
den ursprünglichen Verlauf zu verlassen und den Pleißefloßgraben an den Rad- und Fußweg des Goerdelerring zu verlegen.

Mehr dazu in meinem Blogartikel.